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  Ein Sprung in die Vergangenheit Historisches Klassenzimmer: Idee von Gerd Löffler
 mit Hilfe von vielen fleißigen Händen verwirklicht



 

Erschienen am
24. Nov. 2007. im



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Wie vor 100 Jahren: Schulleiter Gerd Löffler und Lehrerin Ute Binder erklären den Schüler, wie der Unterricht früher ablief FOTO: G. F
   

    Die gute alte Zeit wird in der Rehauer Pestalozzischule lebendig. Hier wurde jetzt ein historisches Klassenzimmer aus dem Jahr 1909 eingeweiht.

REHAU – „Herzlich willkommen in der Pestalozzischule“, ist in deutscher Schrift auf einer alter Schiefertafel zu lesen, die im vorderen Bereich des historischen Klassenzimmers steht.

Die Zeitreise kann beginnen. Es wimmelt nur so von alten Gegenständen. Wie Schulleiter Gerd Löffler erläutert, stammen sie alle aus der Zeit zwischen 1900 und 1914. All das wurde auf dem Dachboden der Schule gesichtet und ans Licht geholt. Zwei Schulbänke sind Leihgaben der Familie Binder, eine Bank stammt aus dem Schulhaus Pilgramsreuth. Bücher reichen zurück bis ins Jahr 1817. Bilder und Mobiliar zeugen von der Schulsituation um 1900.

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Alte Manuskripte
„entschlüsselt“

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Die Idee zu diesem historischen Klassenzimmer stammt vom Schulleiter selbst. Ein ganzes Jahr habe es gebraucht, um das Vorhaben zu realisieren. „Mit dem engagierten Einsatz von Hausmeister und Lehrpersonal haben wir es geschafft“, so ein sichtlich stolzer Löffler.

Zur Einweihungsfeier, die musikalisch von zwei Schülern mit Blasinstrumenten eingeleitet wurde, kamen Ehrengäste, Lehrer und Besucher. „Der Schule sieht man ihre knapp 100 Jahre nicht an“, sagte der Rektor zu Beginn. Er dankte allen Beteiligten, die an der Errichtung dieser historischen Momentaufnahme mitgewirkt haben.

Nicht unerwähnt blieb, die im wahrsten Sinne des Wortes „tragende Rolle“ der Mitarbeiter des städtischen Bauhofes, die auch die Malerarbeiten erledigten. Dankesworte gingen auch an Sekretärin Hanne Dunkel, die alte Manuskripte „entschlüsselte“. Deren Inhalte legen nun zusammengefasst als Handreichung im „Klassenzimmer 1909“ aus.

In einer bebilderten Zeitreise per Computer nahm Gerd Löffler die Anwesenden mit in die Zeit vor 100 Jahren – ins Kaiserreich. Erwähnt wurden der Wirtschaftsaufschwung der Industrie, der Rüstungswettlauf mit Großbritannien, Fernfahrten des Grafen Zeppelin, aber auch, dass Frauen damals noch nicht stimmberechtigt waren.

„Auch in Rehau nahm die Industrialisierung bei Leder und Porzellan zu. Es gab einen Bevölkerungszuwachs. Klassenstärken von 90 Schülern waren normal“, beschrieb Gerd Löffler die Situation in der Vergangenheit. So wurde auch in Rehau ein Neubau des Schulhauses notwendig, 1909 wurde übrigens das Gebäude an der Wallstraße eingeweiht. „Eine Zierde mit Wucht und Massigkeit“, wurde damals berichtet. 15 Klassen besuchten zu dieser Zeit die Pestalozzischule.

Bezug zur Vergangenheit nahmen auch die Kinder der freiwilligen Sing- und Tanzgruppe unter Leitung von Lehrerin Thea Hohenberger. Mit dem Lied über die Vielseitigkeit des armen „Dorfschulmeisterleins“ endete die Feier.

Zurück in die Gegenwart. Die heutige Situation stellt sich völlig anders dar. Kindermangel und der Wegfall von zwei Klassen ermöglichen Platz für einen Blick in die schulische Vergangenheit und Projekte der Gegenwart. G. F.   

   

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