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Home > Presse/Archiv  > Pressespiegel 2006/07Lese- Rechtschreib- und Rechschwäche▼


  Qual mit Buchstaben und Zahlen Lese- Rechtschreib- und Rechschwäche

Vortrag in der Rehauer Pestalozzischule: Defizite haben nichts mit mangelnder Intelligenz zu tun

Erschienen am
 17. Jan. 2007 im



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Kinder, die an einer Rechenschwäche leiden, haben nicht nur Schwierigkeiten mit dem Grundrechenarten, sondern tun sich auch beim Umgang mit Geld und beim Erlernen der Uhr schwer
FOTOS: dpa / mavie
   

    Wenn lesen, schreiben, und rechnen zur Qual wird, dann leiden Kinder häufig an einer Lese-Rechtschreib- und Rechenschwäche. Wie man diese Defizite erkennen kann, und was man dagegen tun kann, darüber sprach Patricia Seidel aus Hof in der Rehauer Pestalozzischule.

REHAU – Ich „erklere“, du „schpülst“, er, sie es „verheld“ sich... Wenn Eltern im Diktat ihrer Kinder solche Rechtschreibfehler entdecken, dann stehen den Mamas und Papas die Haare zu Berge. Sie verzweifeln, weil das Üben zu Hause keinerlei Erfolg zeigt. Grundschullehrer kennen diese Schwächen, wenn aus dem Tier ein „Tir“ und aus dem Kamm ein „Kam“ wird. Sie stellen auch wieder fest, dass die Kinder zu lange brauchen, um einen Text zu lesen.

Teufelskreis


Lese- und Rechtschreibschwäche (LRS) nennt sich das. „Das hat nichts mit mangelnder Intelligenz zu tun“, machte Patricia Seidel vom „Studienkreis Hof“ den zahlreich erschienenen Eltern klar. „Diese Defizite haben andere Ursachen.“ Dies sei bei der Rechenschwäche, wenn die Kleinen zum Beispiel 13 und 31 für das gleiche halten, nicht anders.

Als Ursache nannte die Expertin mehrere Gründe. So sei es möglich, dass die Mädchen und Jungen sowohl mit den Ohren als auch mit den Augen Wahrnehmungsprobleme haben. So falle es ihnen schwer, Buchstaben, die relativ gleich ausschauen, wie „m“ und n“ oder „l“ und „t“ zu unterscheiden.

Die Kinder, die unter diesen Schwächen arg zu leiden haben, geraten, so Seidel, immer mehr in einem Teufelskreis. Aus dem Elternhaus kommt immer mehr Druck, die Mitschüler hänseln die Kinder wegen ihrer Fehler und die Lehrer nehmen die schwachen Schüler öfter dran, weil sie die Defizite beheben wollen. Die betroffenen Kinder reagieren unterschiedlich auf die Situation. Die einen haben Angst vor der Schule und ziehen sich zurück, andere werden aggressiv, wieder andere neigen zu Clownereien. „Der Lernrückstand vergrößert sich permanent, und auch die seelischen Beeinträchtigungen nehmen immer weiter zu“, so Patricia Seidel.

Wie können die Eltern die Schwächen ihrer Sprösslinge rechtzeitig feststellen? Die Lese- und Rechtschreibschwäche könne man, so die Fachfrau, unter anderem daran erkennen, dass die Kinder einen geringeren Wortschatz als die Altersgenossen besitzen. Es könne auch sein, dass die Kleinen oft Endsilben von Wörtern verschlucken.


Reize setzen!

Die Rechenschwäche äußere sich nicht nur in Defiziten in den Grundrechenarten, sondern es können auch Probleme mit räumlichen Begriffen (links – rechts, oben – unten) und mit dem Gleichgewichtssinn auftreten. „Auch der Umgang mit Geld und das Erlernen der Uhr kann diesen Kindern schwer fallen“, sagte Patricia Seidel.

Eines haben diese Mädchen und Jungen wohl alle gemeinsam: Sie machen ihre Deutsch- und / oder Mathematik-Hausaufgabe nur mit größtem Widerwillen. „Schimpfen Sie nicht mit ihren Kindern und stoßen sie auch nicht irgendwelche Drohungen aus. Wenden Sie sich ihnen mit positiver Zuwendung zu“, empfahl die Expertin. Viel Bewegung im Freien, um Reize für Auge, Ohr und andere Sinnesorgane zu setzen, könne ebenso Besserung bringen wie Zahlenerfahrungen in den Alltag, zum Beispiel beim Tischdecken, Kochen oder Backen, einzubauen. „Reine Nachhilfe, die nur den Schulstoff aufarbeitet, bringt nichts. Die Unterstützung muss tiefer und breiter sein“, so Seidel.

Gerd Löffler appellierte an die Eltern, einen engen Kontakt zu den Lehrern zu pflegen. Im gegenseitigen Austausch könne nach Auffassung des Schulleiters manche Verbesserung erzielt werden. Das passiert auch in den LRS-Stunden, die die Schule für Kinder ab der zweiten Klasse anbietet.

Seidels abschließender Tipp: „Ruhe bewahren, auch wenn‘s schwer fällt.“

mavie
  
   

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