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Rehau
– Nach einjähriger Pause
heißt es ab Oktober in der Pestalozzischule wieder „Mama lernt Deutsch“.
Nachdem die Stadt Rehau (wie berichtet) jüngst der Arbeitsgemeinschaft der
Volkshochschulen im Landkreis Hof beigetreten ist, wird der Kurs nun in
Zusammenarbeit mit der VHS angeboten. Wir sprachen mit Gerd Löffler, Leiter
der Pestalozzischule, über die Hintergründe

Gerd Löffler, Leiter der Pestalozzischule Rehau
Herr Löffler, was verbirgt sich hinter dem
Motto „Mama lernt Deutsch“?
In erster Linie ein
Sprachkurs für ausländische Mütter und natürlich auch Väter, die keine oder
nur wenige Kenntnisse der deutschen Sprache haben.
Und in zweiter Linie?
Ein wichtiger
Schritt für die Integration in die Gesellschaft. Der Sprachphilosoph Ludwig
Wittgenstein hat einmal gesagt: Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die
Grenzen meiner Welt. Was das für Familien mit Migrationshintergrund
bedeutet, erleben wir hier täglich.
nwiefern?
Gut 20 Prozent
unserer 188 Schüler haben ihre Wurzeln im Ausland, wobei der größte Teil aus
der Türkei stammt. Während die Kinder sich in der Schule zwangsläufig mit
der deutschen Sprache auseinander setzen müssen, sprechen viele Eltern kein
oder wenig Deutsch. Viele haben schon Schwierigkeiten, den Stundenplan ihrer
Kinder zu lesen, und müssen einen Dolmetscher mitbringen, wenn ein
Elterngespräch in der Schule ansteht.
Und diesen Eltern wollen Sie helfen?
Vorab muss gesagt
werden, dass Integration, nicht nur auf sprachlicher Seite, von den
ausländischen Mitbürgern gewollt sein muss. Unsere Kurse in der
Vergangenheit haben aber gezeigt, dass sich über die Sprache viele Hürden
leichter nehmen lassen. Insofern kann der Kurs eine echte Hilfe sein.
Die Teilnehmer pauken Grammatik und
Vokabeln?
Ohne das geht es
nicht, ja. Sie lernen aber auch über die Praxis – zum Beispiel bei Besuchen
in der Bank, im Museum, in der Stadtverwaltung oder beim Ausfüllen. Der Kurs
beinhaltet mehr als Auswendiglernen.
Sind in der Vergangenheit auch Teilnehmer
abgesprungen?
Ja, etwa die Hälfte. Im Oktober 2005 hatten wir 14 Teilnehmerinnen, im Juni
2006 nur noch neun. Dafür gab es verschiedene Gründe: Einige sind
weggezogen, andere haben Arbeit gefunden. Dabei laufen die Kurse extra
vormittags, weil da die Kinder versorgt sind. Wichtig ist auch die Schulung
vor Ort, denn türkische Frauen nehmen nach unserer Erfahrung keine längere
Anfahrt in Kauf, auch nicht nach Hof.
Sie sprechen von Frauen. Was ist mit den
Männern?
Korrekt müsste es
heißen „Mama und Papa lernen Deutsch“. Aber wir hatten in unseren Kursen nur
Frauen. Zum einen sind viele Männer berufstätig, zum anderen ist das sicher
auch eine Frage der Mentalität.
Und die Kosten?
Eine Stunde kostet
einen Euro. Den Rest übernimmt die VHS.
Das Gespräch führte Susanne Glas |
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