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  „Ein Schritt für die Integration“ "Mama lernt Deutsch“ | Nach einjähriger Pause können Ausländer ab Oktober an der Pestalozzischule wieder ihre Kenntnisse in der deutschen Sprache aufpeppen. Neu ist die Zusammenarbeit mit der Volkshochschule.
 

Erschienen am
16. Juli 2008 im

 

   

Rehau – Nach einjähriger Pause heißt es ab Oktober in der Pestalozzischule wieder „Mama lernt Deutsch“. Nachdem die Stadt Rehau (wie berichtet) jüngst der Arbeitsgemeinschaft der Volkshochschulen im Landkreis Hof beigetreten ist, wird der Kurs nun in Zusammenarbeit mit der VHS angeboten. Wir sprachen mit Gerd Löffler, Leiter der Pestalozzischule, über die Hintergründe


Gerd Löffler, Leiter der Pestalozzischule Rehau

Herr Löffler, was verbirgt sich hinter dem Motto „Mama lernt Deutsch“?

In erster Linie ein Sprachkurs für ausländische Mütter und natürlich auch Väter, die keine oder nur wenige Kenntnisse der deutschen Sprache haben.

Und in zweiter Linie?

Ein wichtiger Schritt für die Integration in die Gesellschaft. Der Sprachphilosoph Ludwig Wittgenstein hat einmal gesagt: Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt. Was das für Familien mit Migrationshintergrund bedeutet, erleben wir hier täglich.

nwiefern?

Gut 20 Prozent unserer 188 Schüler haben ihre Wurzeln im Ausland, wobei der größte Teil aus der Türkei stammt. Während die Kinder sich in der Schule zwangsläufig mit der deutschen Sprache auseinander setzen müssen, sprechen viele Eltern kein oder wenig Deutsch. Viele haben schon Schwierigkeiten, den Stundenplan ihrer Kinder zu lesen, und müssen einen Dolmetscher mitbringen, wenn ein Elterngespräch in der Schule ansteht.

Und diesen Eltern wollen Sie helfen?

Vorab muss gesagt werden, dass Integration, nicht nur auf sprachlicher Seite, von den ausländischen Mitbürgern gewollt sein muss. Unsere Kurse in der Vergangenheit haben aber gezeigt, dass sich über die Sprache viele Hürden leichter nehmen lassen. Insofern kann der Kurs eine echte Hilfe sein.

Die Teilnehmer pauken Grammatik und Vokabeln?

Ohne das geht es nicht, ja. Sie lernen aber auch über die Praxis – zum Beispiel bei Besuchen in der Bank, im Museum, in der Stadtverwaltung oder beim Ausfüllen. Der Kurs beinhaltet mehr als Auswendiglernen.

Sind in der Vergangenheit auch Teilnehmer abgesprungen?

Ja, etwa die Hälfte. Im Oktober 2005 hatten wir 14 Teilnehmerinnen, im Juni 2006 nur noch neun. Dafür gab es verschiedene Gründe: Einige sind weggezogen, andere haben Arbeit gefunden. Dabei laufen die Kurse extra vormittags, weil da die Kinder versorgt sind. Wichtig ist auch die Schulung vor Ort, denn türkische Frauen nehmen nach unserer Erfahrung keine längere Anfahrt in Kauf, auch nicht nach Hof.

Sie sprechen von Frauen. Was ist mit den Männern?

Korrekt müsste es heißen „Mama und Papa lernen Deutsch“. Aber wir hatten in unseren Kursen nur Frauen. Zum einen sind viele Männer berufstätig, zum anderen ist das sicher auch eine Frage der Mentalität.

Und die Kosten?

Eine Stunde kostet einen Euro. Den Rest übernimmt die VHS.

Das Gespräch führte Susanne Glas

   

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