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In der Pestalozzischule gibt es die erste Klasse des Landkreises, in der auch Förderschüler lernen. Sie erfahren eine intensive Betreuung, profitieren aber auch vom Wissen ihrer Mitschüler.

Bericht: Rehauer Tagblatt,
02. Okt 2010

Von Susanne Glas

Hilfe vor Ort

Die einen Kinder tun sich leicht, die anderen hart mit den Anforderungen in der Schule. In der neuen Kooperationsklasse der Pestalozzischule erfahren Schüler mit erhöhtem Förderbedarf eine intensive Betreuung. Foto: dpa

 

 

 

 

Rehau - Thea Hohenberger ist schon sehr lange Grundschullehrerin. Und doch ist das drei Wochen junge Schuljahr für sie ein ganz besonderes. Thea Hohenberger hat die erste Kooperationsklasse des Landkreises übernommen, die - zusätzlich zur Regelklasse - in der Pestalozzischule Rehau eröffnet wurde. Neben zehn ganz "normalen" Kindern lernen hier fünf Erstklässler, die ansonsten den Weg an die Hofer Förderschule hätten antreten müssen. In dieser Woche haben die Beteiligten das Novum vorgestellt.

Die Beteiligten, das sind in erster Linie die Pestalozzischule und das Förderzentrum Hof. Sie sind die, die kooperieren, wenn es um Hilfen für Kinder mit erhöhtem Förderbedarf geht. Konkret sieht das so aus: Mit den fünf Schülern wird Thea Hohenberger nicht allein gelassen. Täglich kommt Aenne Schelter vom Mobilen Sonderpädagogischen Dienst (MSD) des Hofer Förderzentrums in die Klasse, um mit den Schülern ganz gezielt zu arbeiten. Zusätzlich kommt - wie in alle anderen Klassen der Schule auch - die Förderlehrerin in die Klasse, allerdings mit einer erhöhten Stundenzahl.

Ein richtiges Fazit kann Thea Hohenberger freilich noch nicht ziehen. "Immerhin sind wir noch dabei, Regeln und Strukturen einzuüben", sagt sie. Allerdings zeichne sich schon jetzt eine tolle Zusammenarbeit mit ihren beiden "Hilfs-Frauen" ab. Zudem setze sie auf das bewährte Patensystem: Starke Schüler helfen Schwächeren. Das sei in einer Klasse, in der Hochbegabte neben Förderschülern sitzen, extrem hilfreich. Auch für das soziale Miteinander.

Rektor Gerd Löffler ergänzte, dass die Einrichtung der Klasse zwar Veränderung im Schulalltag mit sich gebracht habe, aber auch ein Riesengewinn sei. Sehr kooperativ hätten sich auch die Eltern gezeigt, deren Kinder die Mitschüler der fünf Förderschüler sind.

Schulrat Rainer Frank und Direktorin Christa Tschanett vom Schulamt Hof erklärten, dass es das Modell in der Stadt Hof schon seit Längerem gibt, an der Neustädter Schule etwa. Nachdem im Landkreis die schulvorbereitenden Einrichtungen (SVE) bereits gut laufen - neben Münchberg auch in Rehau - sei die Bildung einer solchen Kooperationsklasse höchst erfreulich. "So bleiben den Kindern weite Wege erspart", sagte Tschanett. So sieht es auch Rektor Reinhard Kunz vom Förderzentrum. Durch vielfältige Hilfen, die - beispielsweise durch die SVE - schon im Kindergarten beginnen, habe sich die Schülerzahl an der Hofer Förderschule in den vergangenen Jahren halbiert. "Das schafft freie Kapazitäten, um rauszufahren und vor Ort zu helfen", sagte er. Sonderpädagogik sei schon lange nicht mehr zwangsläufig Sonderschulpädagogik.

"Mit Blick auf die Geburtenzahlen können wir es uns nicht leisten, Kinder auf der Strecke zu lassen. Wir müssen sie aber mitnehmen, nicht mitschleifen", sagte Bürgermeister Michael Abraham. Die Kooperationsklasse sei für ihn die beste Möglichkeit.

 

 Machen gemeinsame Sache, wenn es um die Förderung geht (von links): Lehrerin Thea Hohenberger, Christa Tschanett, Reinhard Kunz, Michael Abraham, Rainer Frank und Gerd Löffler. Foto: glas

Text und Fotos: Rehauer Tagblatt (Susanne Glas)

 

 

 

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